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InhaltIrgendwann einmal erzählte mir ein befreundeter Schrotthändler von einem alten Mann, der in Düsseldorfs Straßen Altpapier, Kartons, alles Verwertbare einsammelt und in einem alten Bauwagen ohne Fenster und ohne Licht haust. Zur Weihnachtszeit hatte der Schrotthändler ihn einmal eingeladen, den Heilig Abend mit seiner Familie zu verbringen. Da sagte ihm der Polster-Willi: „Nö, da hab ich keine Zeit, da bin ich am Rheinufer und fütter’ die Ratten.“ Mit seinem Traktor fährt er durch Fußgängerzonen, zerschlägt mitten in der Stadt Glasscheiben, füttert Ratten und lässt sich von der Stadt nichts verbieten: der Polster-Willi. Sein Spitzname stammt aus der Zeit, zu der er von Schrotthändlern alte Autositze abholte, diese am Rheinufer verbrannte und die zurückbleibenden Metallteile wieder an die Schrotthändler verkaufte. Sein Zuhause ist ein alter, hölzerner Bauwagen mit zugenagelten Fenstern, ohne Licht, abgestellt auf dem verfallenen Autohof in einem jener Viertel Düsseldorfs, die von den meisten Bewohnern der Stadt nie betreten werden.
Willi kommt nur zum Schlafen hierher, tagsüber geht er der Tätigkeit nach, die er nach dem Krieg, privilegiert durch den Besitz eines Handkarrens, begonnen hatte: in den Trümmern nach allem suchen, womit sich handeln und tauschen lässt. Die Dinge, die er sammelt und verkauft, haben sich seit damals nicht wirklich geändert, nur aus der Trümmerlandschaft ist eine andere geworden. Nicht mehr die Zerstörung durch Bombenangriffe ist es, die ihm ermöglicht, kleine Vermögen zu finden, sondern die Zerstörung der Poesie in den Menschen, die sie noch Brauchbares der Vernichtung preisgeben lässt. Festivals
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