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Impressionen vom arte-Empfang |
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Finanzierungsmodelle
Auch wenn die neuen Finanzierungsmöglichkeiten in Frankreich und
Deutschland „Tax Credit“ und "DFFF" doch eher die
Independent-Produzenten außen vor lassen, ist es natürlich spannend, zu
hören, was das Nachbarland tut, um internationale Koproduktionen
anzukurbeln.
In einem Panel am Samstag Vormittag berichteten Christine Berg vom DFFF,
und Patrick Lamassoure von Film France über Rahmenbedingungen und
Möglichkeiten.
Pitch yourself
Eine neue Veranstaltung des Bundesverbandes der Fernseh- und
Filmregisseure bot am Montag Nachmittag Nachwuchskräften die Gelegenheit,
neue Film- Und Fernsehprojekte einem Fachpublikum zu pitchen.
Von der Idee her also eine gute Gelegenheit, seine neuen Projekte den
Profis der Branche vorzustellen.
Was dann allerdings den eingeladenen Redakteuren und Produzenten
vorgestellt wurde, war nicht immer wirklich ausgegoren. Hier hätte eine
strengere Auswahl das Niveau positiv beeinflussen können und auch sollen.
CSU Filmgespräch
Bei der Diskussion rund um den Filmstandort Bayern, äußerte sich
Bernd Eichinger einmal mehr etwas drastischer und erklärte den anwesenden
Medienpolitikern, dass München im Vergleich zu Berlin keinen einzigen
großen Film werde anziehen können, es sei denn, man "scheiße
diesen mit Kohle zu". Außerdem bemängelte er die fehlenden
Studiokapazitäten, weil die Bavaria fast ausschließlich aus
Fernsehgeschäft setze.
Die undezente Anmerkung bezieht sich natürlich auch darauf, dass in
Berlin auch keine US-Kinofilme andocken würden, wenn nicht all die
Millionen aus dem DFFF die Dreharbeiten für Tom Cruise, Quentin Tarantino
& Co derart versüßen würden.
arte-Empfang
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arte-Fernsehspielchef Andreas
Schreitmüller begrüßt die Gäste |
Diesmal verlief der Empfang ohne die traditionellen Regenschauer,
sodass die Terrasse vor dem Forum des deutschen Museums willkommene
Freiluft-Plattform für Gespräche mit Kollegen, Schauspielern und
Redakteuren war.
Allgemeiner Tenor bei den Gesprächen war, dass die Fernsehsender die
Budgets spürbar herunterdrücken. Während das bei den Privatsendern auf
Grund von sinkenden Werbeeinnahmen und seltsamsten Aufkäufen und
Wiederverkäufen diverser Konsortien noch nachvollziehbar ist, erstaunt
die Reduzierung der Budgets bei den Öffentlich Rechtlichen Sendern mit
ihren gesicherten Rundfunkgebühren dann doch.
Da wird bereits gerne mit möglichen Einnahmerückgängen in der
Zukunft argumentiert, vorauseilend sozusagen, ohne Not. Dass die
Redakteure für diese Kürzungen überhaupt nichts können, ist
selbstverständlich, sie befinden sich im Spannungsfeld zwischen den
Filmschaffenden und den Verwaltungen der Sender.
Für Viele ist arte trotz oder gerade wegen einer niedrigen
Zuschauerbeteiligung einer der wenigen, vielleicht der einzige Sender, bei
dem die Quoten nicht das Diktat der Programmgestaltung sind.
Gesprächsrunden
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Starregisseur Steven Frears in der Black
Box im Gespräch mit Robert Fischer |
Einer der ganz Großen im europäischen Kino, dem eine der
diesjährigen Reihen gewidmet ist, Steven Frears diskutierte mit Robert
Fischer in der Black Box des Gasteigs. Der britische Regisseur wurde mit
Filmen wie "Mein wunderbarer Waschsalon" oder "Samy und
Rosy tun es" einem breiteren Publikum bekannt. Sein aktueller Film
"Cheri" startet im Sommer in den Kinos.
Sein Bekenntnis, dass er eigentlich gar nicht zum Film wollte und dies
eher ein Versehen war, belustigte die Zuhörer. In den 60er Jahren, so
Frears gehörte er zu den Menschen, die dachten, sie könnten die Welt
verändern. Dies sei ein Irrtum gewesen, wie er heute weiß.
Die Gesprächsrunden im Gasteig gehören zu den Highlights des
Münchner Filmfestes und sind wärmstens empfohlen.
Förderpreis Deutscher Film- Skandal
Mittwochabend fand die Verleihung des BR, Bavaria & Hypovereinsbankpreises statt. Unter den Filmen die auf dem Münchner
Filmfest gezeigt werden, sollten diverse hochdotierte Preise vergeben
werden.
Der "Förderpreis Deutscher Film" vergibt Preise für beste
Nachwuchsregie (20.000 Euro), den besten Nachwuchsproduzenten (20.000
Euro), den besten Nachwuchsautor (10.000 Euro) und den/die besten
Nachwuchsschauspieler / die beste Nachwuchsschauspielerin (je 5.000
Euro) Doch alles kam anders und erzeugte einen vermutlich
notwendigen, für das Filmfest aber dennoch unangenehmen Skandal. Denn zum
ersten Mal in seiner 20 jährigen Geschichte wurden die Preise in den wohl
wichtigsten Kategorien beste Regie und bestes Drehbuch aus Mangel an
Qualität nicht vergeben. Die Jury, zu der auch Regisseurin Caroline Link,
der Schauspieler Maximilian Brückner und der Produzent Uli Aselmann
gehören, wollte mit ihrer Entscheidung ein Zeichen setzen.
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Eines der zahlreichen Panels im Foyer |
Damit
reagierte die Jury einerseits auf das Niveau der ausgewählten Filme und
andererseits auf die Vorauswahl, welche von Seiten der Sponsoren des
Preises getroffen wurde, die damit den Entscheidungsrahmen der Jury
deutlich einschränkte. Caroline Link sprach gar von Bevormundung und
sagte wörtlich: "Wir haben händeringend nach einem Film
gesucht, der eine Geschichte erzählt, der in irgendeiner Weise relevant
ist. Von einer politischen oder gesellschaftlichen Bedeutung wage
ich schon gar nicht mehr zu reden. Aber da war nichts, was uns berührt
oder interessiert hätte. Man fragt sich dann schon, woran das liegt. Gab
es in diesem Jahr nicht mehr spannendes, junges Kino? Wollen die
entsprechenden Filmemacher nicht nach München, wollen sie woanders hin?
Oder sieht das Filmfest München nicht die richtigen Filme, wählt also
die falschen aus?" Nach der Bekanntgabe auf der Pressekonferenz kam
es zu hitzigen Diskussionen zwischen der Jury, den Preisstiftern und
nominierten Regisseuren sowie Autoren, die sich Hoffnungen auf den Preis
gemacht hatten. Sie fühlten sich betrogen, einer von ihnen hielt allein
schon den Umstand, einen Film mühsam fertiggestellt zu haben, für
preiswürdig. Diese Aufregung ist verständlich, schließlich gehen einige
Filmemacher mit ihrer Premiere vor allem wegen der Aussicht auf diesen
Preis nach München. Und doch ist die Qualitätsfrage endlich einmal
wieder gestellt worden. Das ist mutiger, als einmal mehr lächelnd Schecks
für Mittelmaß zu vergeben. So wurde die Hälfte des Geldes schlichtweg
nicht vergeben. Dass dahinter nicht einfach nur Einsparmaßnahmen der
beteiligten Stifter stehen, beweist der Umstand, dass man beschlossen hat,
die nicht vergebenen 30.000 Euro der Münchner Filmhochschule zu spenden.
Weshalb allerdings ausgerechnet eine so hoch subventionierte
Filmhochschule das Geld erhält, wäre schon wieder diskussionswürdig. Es
gibt talentierten Filmnachwuchs auch an ganz anderen Stellen in
Deutschland, der ohne jede staatliche Subvention filmische
Qualitätsarbeiten auf die Beine stellt. Doch das ist wieder ein ganz
anderes Thema. FFF Empfang
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Symbolische Rückzahlung von
Förderdarlehen erfolgreicher Kinofilme |
Am Donnerstag bot der traditionelle FFF-Empfang reichlich Gelegenheit
über den Preisvergabe-Eklat und die Geschicke der Branche zu diskutieren.
Wie in jedem Jahr nahm Klaus Schaefer wieder symbolisch Schecks mit
Rückzahlungen von Förderdarlehen in Empfang und verbreitete eine
positive Stimmung trotz mancher Krisen. Zwei mächtige Grillstationen
hüllten die Besucher auf der Freiterrasse am Haus der Kunst zeitweise in
dichten Nebel, erfahrene Filmschaffende wissen, wie schwer so etwas am
Außen-Drehort herzustellen ist. Wie man in den Gesprächen heraushören
konnte, stellen sich vor allem die Fernsehredaktionen als Bremse und
Nadelöhr heraus. In anderen deutschsprachigen Filmländern wie
Österreich oder der Schweiz sitzt kein einziger Fernsehvertreter in
Fördergremien und man kann selbstverständlich ohne Fernsehbeteiligung
Förderung beantragen. Das ist hierzulande gänzlich anders, ohne
Fernsehen oder die immer ängstlicher und restriktiver werdenden
Filmverleiher geht in hiesigen Förderinstitutionen gar nichts. Eine
beispiellose kreative Bevormundung, die im Vorfeld von Produktionen
widerspiegelt, was im Nachhinein vielleicht auch die Förderpreisjury zur
Verweigerung der Preisvergabe bewogen hat. Neben derlei Gesprächen war
der Empfang natürlich auch und ganz besonders Gelegenheit, Kolleg-inn-en
wiederzusehen. Als sich die Reihen gelichtet hatten, sah man noch das
FFF-Team an langer Tafel beisammen sitzen, und den beliebten,
langjährigen Pressechef des FFF, Lothar Just verabschieden. Cine Merit
Award
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Preisträger Michael Haneke |
Der Plan bestand schon vor der Verleihung der Cannes-Palme, den
gebürtigen Münchner Michael Haneke mit dem Cine Merit Award
auszuzeichnen. Ein Ehrenpreis für das Lebenswerk. Laudatorin Susanne
Lothar lobte ihren Regisseur, Oberbürgermeister Ude gratulierte in einer
launigen Rede. Im Anschluss an die Preisverleihung wurde Hanekes aktueller
Film "Das weiße Band" im Carl Orff Saal des Münchner Gasteigs
aufgeführt. Eine Geschichte über die Strenge in einer protestantischen
Dorfgemeinschaft kurz vor Ausbruch des ersten Weltkrieges. Nicht nur
einige der erwachsenen Hauptfiguren sind gegenüber ihren Kindern oder
Lebenspartnern streng, auch der Regisseur ist streng zu seinem Publikum.
Er zwingt es, auch Längen und erzählerische Schwächen zu ertragen,
zwingt es eine recht eindimensionale Weltsicht auszuhalten. Selbst die
wenigen Momente von Heiterkeit unter den Protagonisten bleiben gefühlsarm
und anstrengend. Man könnte meinen, hier erzählt Einer Geschichten, der
nur selten lacht und die Menschen nicht liebt. Viele Spuren kleiner und
größerer Verbrechen innerhalb des Dorfes werden von hervorragenden
Schauspielern, darunter zahlreiche Kinder und in einer authentischen
Ausstattung gelegt, aber unter Umgehung vieler dramaturgischer
Notwendigkeiten nie zusammengeführt. Die viele Aufmerksamkeit und Zeit,
die der Zuschauer investiert, lässt ihn am Ende des Filmes unbefriedigt
und freudlos, wie die Filmfiguren selber, zurück. Die schauspielerischen
Glanzleistungen gereichen nicht, dieses leere Gefühl damit zu
rechtfertigen, dass der Regisseur ja genau das eigentlich im Zuschauer
erreichen wollte. So bleibt der Eindruck zwiespältig. Da sehnt man sich
ein wenig nach der atmenden, tragische schwere und duftig heitere
Lebensmomente miteinander virtuos verknüpfenden Darstellung eines sehr
ähnlichen Themas durch Ingmar Bergmann, an sein Meisterwerk Fanny und
Alexander.
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