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Lang erwartet, stehen 10 Tage im Februar wieder im Zeichen des Kinos  

BERLINALE 2007

Es ist wieder soweit: vom 08.- 18. Februar wird in der Hauptstadt der rote Teppich ausgerollt und alles was sich um Kino dreht wird diskutiert, bewertet und gefeiert. 

Dieses Jahr setzt sich die Jury aus ihrem Präsidenten Paul Schrader, der palästinensischen Schauspielerin Hiam Abbass, Mario Adorf, dem amerikanischen Charakterdarsteller Willem Dafoe, Gael García Bernal, der durch sein Spiel in Amores Perros bekannt wurde, der Filmproduzentin Nansun Shi und der dänischen Cutterin Molly Malene Stensgaard. Die Jury entscheidet über die Preisvergabe der internationalen großen Filme, die in der Sektion Wettbewerb sind.

Berlinale-Bären 2007

  • "Tuyas Ehe" von Wang Quan'an aus der Volksrepublik Cina hat den Goldenen Bären gewonnen
  • Nina Hoss als beste Schauspielern erhielt für Ihre Arbeit in "Yella" den Silbernen Bären
  • Julio Chavez wurde für seine Arbeit in "Der Andere"  mit dem silbernen Bären als bester Darsteller belohnt
  • Das Team von "Der gute Hirte" erhielt einen silbernen Bären für die herausragende künstlerische Leistung
  • Für die beste Filmmusik ging der Silberne Bär an "Hallam Foe" aus England.  
  • Joseph Cedar erhielt für seine Regie bei "Beaufort" den silbernen Bären

Sektionen

Insgesamt gibt es noch 5 weitere Sektionen:
Panorama für Independent- Filme, Perspektive Deutsches Kino zeigt Filme aus Deutschland und im Internationalen Forum des Jungen Films wird ein Blick auf die Kinolandschaft in entfernten Länder und auf außergewöhnliche Formen geworfen. So hat etwa der Film ARMIN, von Ognjen Svilicic am 10.02.07 um 19:00 Uhr  Weltpremiere im Delphi-Filmpalast.

Außerdem die Sektion Generation  für Kinder- und Jugendfilme und Retrospektive für Filmklassiker. 

Neben all den goldenen, silbernen, gläsernen und was auch immer Bären, die von diversen drei- bis elfköpfigen, internationalen bis Kinderjurys in den verschiedenen Sektionen vergeben werden, existiert auch eine Reihe  unabhängiger Jurys, die von festivalexternen Organisationen aufgestellt werden und ihre eigenen, verschieden hoch dotierten Preise, verleihen. Dies sind z. B. der Teddy- Award, die Preise der Ökumenischen Jury oder der Amnesty International Filmpreis, nur um einige zu nennen.


Bei dieser Menge an Preisen und Juroren wünscht man sich fast im Namen der Einfachheit und Übersicht die Zeiten zurück, als die Berlinale noch kein A- Festival war und nur das Publikum für die Vergabe der Preise zuständig war. 

Wettbewerb

Lange Schlangen an den Kartenschaltern...  

"La Vie en Rose" von Olivier Dahan hat die 57. Berlinale eröffnet und gleichzeitig seine Weltpremiere erlebt. Die Hommage an Edith Piaf wurde mit großem Applaus gefeiert.


Interessant ist, dass viele chinesischen und koreanischen Produktionen im Wettbewerb vertreten sind.  "Tuya‘s Marriage" von Wang Quan‘an,  "Lost in Beijing" von Li Yu ,  "Hyazgar" von Zhang Lu und "I’m A Cyborg, But That’s Ok" von Park Chan- Wook sind alles  Filme, die viel über das Zwischenmenschliche, kleine Alltagsgeschichten und Menschenschicksale erzählen.


Aus den USA kommen die Hollywoodgrößen Robert De Niro, der mit und in "The Good Shepherd" zu sehen sein wird, Stephen Soderbergh mit "The Good German", sowie Clint Eastwood mit  "Letters From Iwo Jima".
Die Festivalleitung verkündet  "neue Filme bedeutender Regisseure" nach Berlin geholt zu haben.

Bericht von der Preisverleihung KurzfilmWettbewerb

Am Abend des 13. Februars wurden die Gewinner des Kurzfilmwettbewerbs von der Internationale Kurzfilmjury bekannt gegeben. Die Jury setzte sich in diesem Jahr aus drei Frauen zusammen, die in der Filmbranche tätig sind. Peace Anyiam- Fiberesima aus Nigeria ist Autorin, Produzentin und Anwältin. Aus Estland kam Riina Sildos, die ebenfalls Produzentin ist. Das dritte Jurymitglied war die chinesische Regisseurin Ning Ying, die mit ihrer Beijing- Trilogie auf früheren Berlinalen erfolgreich war. 

Die eingereichten Filme auf der Berlinale haben die Beschränkung, dass sie nicht länger als 20 Minuten sein dürfen. Insgesamt wurden an dem Abend fünf Preise verliehen. Der DAAD Preis ist eine Auszeichnung der Deutschen Akademie an internationale Künstler und wurde zuerst ausgehändigt. Er ging an den türkischen Regisseur Nesimi Yetik für seinen Vierminüter "Annem Sinema Ögreniyor" zu Deutsch "Meine Mama lernt Kino". Es wird gezeigt wie der Regisseur seiner traditionellen Mutter das Kino näher bringen möchte, indem er ihr beibringt, wie man alle Filmgrößen dem Namen nach richtig ausspricht. Nesimi Yetik erhielt mit dem Preis ein Stipendium für einen dreimonatigen Aufenthalt an der Deutschen Akademie. 

Als nächstes wurde der beste europäische Kurzfilm mit dem Prix EIP gekürt. Diesen erhielt die englische Produktion der aus Bulgarien stammenden Regisseurin Ralitza Petrova "Rotten Apple". Die Jury entschied sich für den Film, weil er den Wunsch eines kleinen Jungen nach einer richtigen Familie mit schwarzem Humor erzählt. Der Preis ist mit 2000 Euro dotiert. In diesem Jahr entschied sich die Jury nicht nur einen, sondern zwei Filme mit dem Silbernen Bären auszuzeichnen. Beide thematisieren das Thema Liebe in der modernen digitalisierten und urbanen Gegenwart. 

Der Franzose Manuel Schapira erhielt für "Decroche" ("Heb ab") einen Silbernen Bären, der andere ging an den Amerikaner Arvin Chen, dessen Festivalbeitrag "Mei" gleichzeitig auch sein Abschlussfilm ist. In "Heb ab" geht es um eine junge Frau, die eine ihrer Wohnung gegenüberliegenden Telefonzelle ständig anruft, und die abhebenden Männer unterhält und fasziniert. "Mei" ist eine Liebesgeschichte, in der der Verliebte seine Liebe nur auf eine Weise zeigen kann: er muss das Mädchen gehen lassen. 

Den wichtigsten Preis, den Goldenen Bären, überreichte Festival- Direktor Dieter Kosslik persönlich an den niederländischen Regisseur Hanro Smitsman für seinen Film "Raak" ("Treffer"). Die Jury beschrieb, dass es ein "brillianter Film der mit Humor über Liebe und Verzweiflung" erzählt, ist. "Raak" erzählt den Nachmittag dreier Personen, aus jeweils ihrer eigenen Perspektive.

Panorama

Insgesamt 50 Filme, darunter 26 Weltpremieren, werden in diesem Jahr in der Sektion, die sich Arthouse- und Independentfilmen widmet, gezeigt. Der Eröffnungsfilm "The Tracey Fragments" von Bruce McDonald erzählt über ein junges Mädchen in den emotionalen Verwicklungen der Pubertät und leitet gleich das Thema der diesjährigen Berlinale ein: "Jugendliche Identitätsfindung"  zu dem alleine 14 Spielfilme eingereicht wurden.
Das zweite Leitmotiv der Filme im Panorama ist politisch und beschäftigt sich mit dem Überwachungsstaat. "Strange Culture" von Lynn Hershman Leesons und  "Surveillance" das Debut von Paul Oremland über britische Überwachungskameras sind zwei Beispiele.

  
An stetiger Bedeutung und Präsenz hat der Dokumentarfilm in der Sektion gewonnen. 17 Filme sind in der Reihe Panorama Dokumente vertreten. Von sehr politischen Themen wie "Crossing the Line" von Daniel Gordon, einem Film über vier amerikanische Soldaten, die an der nord- südkoreanischen Grenze stationiert waren und zur nordkoreanischen Seite überliefen oder "Invisibles", ein Projekt entstanden aus dem Zusammenschluss der Regisseure Isabel Coixet, Fernando León de Aranoa, Mariano Barroso, Javier Corcuera und Wim Wenders über die Dritte Welt, über Biographien von Künstlern und Musikern, wie z.B. Ric Burns "Andy Warhol: A Documentary  Film" oder über die Musiker Tamara Danz ("Tamara") und Dean Reed ("Der rote Elvis"), die in der DDR Karriere machten, wird dem Thema Mode mit zwei Filmen über das Schaffen von Yves Saint Laurent ( "Célébration" von Olivier Meyrou) und Karl Lagerfeld von Rodolphe Marconi in "Lagerfeld Confidentiel" Beachtung geschenkt. 

Generation

Das Kinderfilmfest der Berlinale präsentiert sich seit diesem Jahr mit neuem Namen und Image: Generation. Noch nie wurde eine solche Anzahl an Filmen und Vielfalt an Genres in dieser Festivalsektion eingereicht, wie dieses Jahr. Der neue Name hat in sofern dazu beigetragen, da viele Filmemacher beim Kinderfilmfest fürchteten in die Schublade Kinder- bzw. Jugendfilm gesteckt zu werden. Generation dagegen ist offener und Filme, die ursprünglich nicht für Kinder und Jugendliche gemacht wurden aber diese trotzdem ansprechen, werden hier gezeigt. 

Berlinale Specials

Kulinarisches Kino- das Fest der Sinne. Eat, Drink, See Movies lautet das Motto dieses Specials. Zusammen mit der Slow- Food Organisation hat die Berlinale ein Programm herausgearbeitet, das sich den Gaumenfreuden und dem Kino widmet. Gezeigt werden Spiel- und Kurzfilme, sowie Dokumentationen rund ums Essen. Doris Dörrie wird mit ihrer Doku "How to cook your life" über den Zen- Meister Edward Espe Brown, der Zen und Kochen vereint, Weltpremiere feiern. 

TV Teams aus der ganzen Welt berichten über das Ereignis...  

Magnum in Motion  

Zum 60. Jubiläum der 
Fotoagentur Magnum zeigt das Festival mehr als 30 Filme
ihrer Fotografen. Viele von ihnen haben neben dem Fotografieren auch Filme gemacht, was allerdings den wenigsten bekannt ist. Die Fotoagentur Magnum wurde 1947 von den vier Fotografen Robert Capa, Henri Cartier-Bresson, George Rodger und David "Chim" Seymour gegründet, um ihre Fotografien unabhängig produzieren zu können. Dank ihnen kam auch zum ersten Mal ein Urheberrecht für Fotografen zustande. 
Auf der Berlinale werden Magnum- Fotografen anwesend sein und zu Diskussionen bereit stehen. 

Events  

Die Sektionen Hommage und Retrospektive präsentieren Filmrestaurierungen berühmter oder wiederentdeckter Werke als Special Events. Den Stummfilm "Hamlet" von 1920/21mit Asta Nielsen in der Hauptrolle entdeckte man vor kurzem in seiner Farbfilmfassung, die nun aufwendig restauriert worden ist und auf dem Festival wiederaufgeführt wird. 

Ein weiteres Highlight steht mit "Berlin Alexanderplatz: Remastered" an. Rainer Werner Fassbinder verfilmte den Roman von Alfred Döblin in 13 Folgen für das Fernsehen, die Serie kam 1980 ins Fernsehen und löste sowohl  eine Kontroverse als auch später einen Begeisterungssturm der Kritiker aus. Nun wurde Berlin Alexanderplatz "remastered", d.h. digital restauriert. Zur Premiere am 9. Februar werden die ersten beiden Teile vorgeführt bei der die Schauspieler Günter Lamprecht, Hanna Schygulla, Barbara Sukowa und Gottfried John anwesend sein werden. Während des Festivals wird das Werk auch mehrmals in voller Länge zu sehen sein.


Außerdem wird der amerikanische Regisseur Arthur Penn, dem die diesjährige Hommage gewidmet ist, erscheinen und zu Gesprächen über seine Karriere bereitstehen. Ihm wird am 15. Februar der Goldene Ehrenbär für sein Lebenswerk überreicht.                                                                                                                                  

 
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Titel:   Berlinale 2007
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