Nichts ist, wie es wirklich ist. Auch und besonders nicht in
Action-Filmen. Das gilt nicht nur für Crashs und Spezialeffekte,
sondern auch für die unvermeidlichen Kampfszenen, das Herzstück eines jeden
Action-Filmes!
Die Zuschauer erwarten diese Szenen, fühlen sich sogar betrogen wenn sie
fehlen.
Neben aller Sorgfalt auf die Figuren, die Geschichte und die Dialoge, lebt
dieses Genre eindeutig von den Kämpfen (Fights).
Selbst inhaltlich und schauspielerisch schwache Filme wurden in der
Vergangenheit Erfolge, wenn die Actionszenen gut gemacht waren.
Auch wenn die für diese Aufnahmen engagierten Stuntmen oder Cascadeure
vermutlich wissen, wie es gemacht wird, es schadet sicher nichts, wenn wir an
dieser Stelle auch ein paar Basics erläutern.
Schläge...
Zunächst einmal werden die meisten Schläge durch geschickte Wahl der
Kamera-Perspektive getrickst. Die Kämpfenden tun nur so, als lande der
Tritt oder Schlag beim Gegner. Tatsächlich ist aber der Punkt, wo der Schlag
auftreffen müsste, verdeckt, etwa von dem Schlagenden, dem Geschlagenen oder
Umstehenden Komparsen und lässt immer noch ein wenig Sicherheitsabstand bis
zum Treffer. Diesen schmalen Abstand muss die Kamera verbergen. Keinen
Zentimeter mehr. Aus dem Zusammensacken des Getroffenen, seinem Kopf zur
Seite zucken etc. schließt der Zuschauer darauf, dass der Schlag
tatsächlich getroffen hat.
Die meisten Zuschauer meinen, die große Kunst bei solchen Kämpfen läge
allein darin, möglichst eindrucksvolle Schläge darzustellen. Voraussetzung
ist auch eine hohe Geschwindigkeit der Schläge, um das Auge zu
überlisten. Auf diese Weise wird knapp daneben geschlagen oder getreten,
ohne dass sich die Darsteller berühren. Das ist oftmals viel
schwieriger, als jemanden wirklich zu verletzen! Das präzise Markieren und
Einhalten von Positionen und genaues Proben ist essenziell. Doch das ist nur
die halbe Miete.
Auch wenn es merkwürdig klingt: Die Glaubwürdigkeit des Geschehens geht
ganz stark von dem aus, der getroffen wird.
Die Reaktion auf die Schläge/Tritte bringt den Realismus stärker
zur Geltung als die Schläge selbst. Das Wegreißen des Kopfes, nach hinten
Stürzen oder gar Filmblut-Spucken im exakt richtigen Moment ohne auch nur im
geringsten berührt worden zu sein, wollen gekonnt sein.
Was nützt ihnen der gewalttätigste Schläger, wenn das Opfer seine Rolle
nicht überzeugend transportiert? Der tollste Schläger wirkt dann, als wenn
er nur gegen Schaumgummi prügelt.