Dynamik ist der Pegelunterschied zwischen den leisen und den lauten
hörbaren Tonsignalen. Ist dieser Unterschied gering, wie etwa bei den
meisten privaten Radiosendern, bei denen die leisen und lauten Stellen einer
Musikaufnahme beinahe gleich laut aus dem Empfänger kommen, sprechen wir von
geringer Dynamik. Ist der Unterschied groß, wie etwa bei einem klassischen
Musikkonzert, sprechen wir von großer Dynamik.
Unterschiedliche Abhörgeräte haben auch unterschiedliche Dynamik.
Telefone oder Türsprechanlagen etwa haben eine geringe Dynamik. Soll im Film
eine Sprachaufnahme so klingen, als stamme sie aus einem Telefon, so muss
neben dem Frequenzgang (siehe Filter) auch die
Dynamik reduziert werden. Kommentarstimmen, die über
einen Film gelegt werden, bekommen, wenn sie über einen Kompressor
verdichtet werden, bessere Verständlichkeit. Dies sind nur zwei Anwendungen
jener Effektgeräte, die auf die Dynamik Einfluss nehmen.
Mit dem Noise-Gate kann man unerwünschte Nebengeräusche beseitigen,
solange das Nutzsignal immer lauter ist als das Störsignal. Sobald der
Pegel unter einen Grenzwert sinkt, wird das Signal komplett abgeschnitten.
Steigt der Pegel wieder über den Grenzwert , öffnet sich das Gate und das
Signal fließt unbearbeitet hindurch. Das eignet sich vor allem um die Pausen
zwischen kurzen Signalen auszublenden und dadurch das Rauschen zu reduzieren.
Einstellungsmöglichkeiten
Threshold – Legt den Grenzpegel fest, unter dem das Signal
bearbeitet wird (in dB).
Attack/Release – Um keine abrupten Schnitte zu erzeugen,
öffnet und schließt sich das Gate innerhalb einer bestimmten, in ms
einstellbaren Zeit. Je größer die „Attack“-Zeit eingestellt ist
um s
o langsamer reagiert das Gate beim öffnen, so dass der Anfang des
Nutzsignals um so mehr beschnitten wird. Bei größerer „Release“-Zeit
besteht die Gefahr, dass das Störsignal nach dem Nutzsignal noch zu hören
ist und dann ausgeblendet wird. Man muss also durch ausprobieren die
sinnvollsten Attack und Release- Zeiten herausfinden.
Oft wundert man sich, warum ein maximal ausgesteuertes Signal nur leise und
dünn zu hören ist, während ein professionell produziertes Stück, bei
gleichen Einstellungen um ein vielfaches lauter und druckvoller klingt. Ein
Signal bzw. eine Tonspur kann nur so laut ausgesteuert werden, dass die
lauteste Stelle die 0-dB Grenze nicht überschreitet, um Verzerrungen zu
vermeiden. Man kann allerdings die hohen Pegel leiser machen und dann das
gesamte Signal höher aussteuern. Das heißt man verringert den Dynamikumfang
(den Unterschied zwischen lauten und leisen Signalanteilen). In manchen
Fällen würde es bereits genügen einen einzigen Pegelausschlag
zu dämpfen, um das Signal doppelt so laut aussteuern zu können. Im
Normalfall, bei kompliziertem Tonmaterial, hilft der Kompressor den
Dynamikumfang in Grenzen zu halten. Solange man ihn nicht zu extrem
einstellt, wird der Klang dabei kaum verändert, die Lautstärke und die
Präsents der einzelnen Klanganteile können aber deutlich erhöht werden.
Einstellungsmöglichkeiten
Threshold – Grenzpegel über dem das Signal komprimiert wird (in dB);
Je niedriger der Grenzpegel eingestellt wird, desto mehr vom Signal wird
komprimiert.
Attack/Release – Wie beim Noise-Gate lassen sich auch hier weiche
Übergänge erzeugen, indem die Kompression in einer (in ms) einstellbaren
Zeit einsetzt und nachlässt. Wenn stark komprimiert werden soll, muss man
besonders auf diese Einstellungen achten, da dadurch Klangveränderungen
vermieden werden können.
Ratio – Das Kompressionsverhältnis kann üblicherweise zwischen 1:2
und 1:30 eingestellt werden, was bedeutet, dass alle Pegel die den
Grenzwert überschreiten, um die Hälfte bis ums dreißigfache leiser
gemacht werden. Das Kompressionsverhältnis bestimmt also wie stark
komprimiert wird.
Man unterscheidet zwischen Upward und Downward-Expandern. Im Gegensatz zum
Noise-Gate, bei welchem Tonsignale unterhalb eines eingestellten Schwellwerts
vollständig ausgeblendet werden, erlaubt es, der Downward-Expander, diese im
Pegel reduziert (einstellbar), noch durchzulassen. In einem Filmton mit
störenden Kamerageräuschen, fallen diese vor allem in den Dialogpausen in
denen nur Einzelgeräusche (Schritte, Klappern etc.) zu hören sind, auf.
Mit dem Downward-Expander kann man die Atmo zwischen den Dialogen und
Einzelgeräuschen definiert leiser wiedergeben, während die Dialoge und
Geräusche selbst, unverändert laut zu hören sind. Da die Dialoge die
Kamerageräusche überlagern, fallen sie an diesen Stellen nicht so sehr auf.
Der
Upward-Expander erlaubt es, Tonsignale oberhalb eines eingestellten
Schwellwerts (Hämmern, Schüsse etc.) zu verstärken, während die leiseren
Tonsignale in ihrer Lautstärke gleich bleiben.
Wie immer, wenn man an Tonsignalen etwas verändert, sollte man behutsam
und mit klaren akustischen Vorstellungen vorgehen. Werden dynamische
Effektgeräte falsch eingesetzt, so können sie auch die Güte
einer Tonmischung negativ beeinflussen